Blogparade: Struktur im Chaos – Wie ordnet ihr eure Notizen?

Einleitung

Heute würde ich auch mal gerne so ein Blogparadendings starten. Ich habe nachweislich hust ein Organisationsproblem, das ich gerne systematisch angehen würde. Dazu habe ich gestern das folgende Posting geschrieben.  Rebekka meinte dann, wenn ich gern Feedback hätte, wäre eine Blogparade vielleicht spannend. Dann versuchen wir das mal. Ich würde also gerne von euch wissen, wie ihr das so alles meistert. Aber lest erst mal selbst …

Wie ich auf das Thema kam

Ich habe gerade noch mit Nadine auf Twitter darüber diskutiert, wie man Notizen, Ideen, Termine etc. am besten niederschreibt. Das Thema kam auf, weil sie darauf hin wies, daß man jetzt Oxford Organiserbooks im Abo beziehen könne.

Was ist mein Problem?

Ich muß gestehen: ich besitze 2 Filofaxe, etwa 10 Moleskins und andere Notizbücker, u.a. auch von Leuchtturm 1917 und Herlitz und eine Mappe von Exacompta. Mit dem Meetingbook von Exacompta bin ich bisher am besten zurecht gekommen, die Notizbücher werden sehr schnell „mißachtet“.
Das liegt daran, daß ich mich mit so vielen Themen gleichzeitig beschäftige. Wenn ich dann etwas zu Thema 1 notiere, aber noch nocht fertig bin, dann aber ein zweites Thema habe, weiß ich nicht, wieviel Platz ich in gebundenen Büchern lassen soll. Oder ob überhaupt. Oder ob ich dafür ein neues Notizbuch anfangen soll.

Wir kommen der Sache näher …

Ich denke, mein Problem ist auch weniger das Medium, auf dem ich Notizen hinterlasse, als mehr das System. Ha! System. Ich habe für fast nichts ein System. Nicht für Ablagen, nicht für Notizen und nicht für wichtige Papiere. Das macht das Leben manchmal etwas anstrengend. Vielleicht sollte ich mal ein Requirement-Profil erstellen, wie beim Bau von Software, weil damit kenne ich mich aus. Also los:

Die Anforderungen

Fassen wir zusammen:
– Ich möchte alles mögliche in einem Medium/Buch/Block/Notizheft aufschreiben
– Ich möchte das auf Papier tun. Ich habe auch einen Evernote Pro Account. Die digitale Erfassung von Ideen geht mir aber nicht spontan genug. Evernote ist mein Archiv …
– Ich möchte Entwürfe für Artikel/Postings, Meeting-Notizen, Projektideen etc. in einem Heft oder Buch haben. Mehrere Notizbücher durch die Gegend zu schleppen ist mir zu schwer.

Was bisher nicht funktioniert hat

Evernote ist mein Archiv, wie ich schon sagte. Für spontane Schreibanfälle ist es mir zu kompliziert, erst eine App aufzumachen und dann los zu schreiben. Zumal ich Entwürfe immer direkt ausformuliere, das wäre auf dem Handy zu viel Text und einen Laptop habe ich nicht immer dabei.
Einfache Notizbücher fange ich immer mit Begeisterung an und mache dann nicht mehr weiter, weil ich, wie gesagt, ein Problem mit dem Themenwechsel habe.

Was passiert jetzt?

Ich werde so ein Oxford International Organiserbook testen und darüber berichten, ob und wie ich es verwende. Mich würde aber auch interessieren, wie ihr eure Notizen organisiert. Schreibt mir einen Kommentar oder macht doch auch ein Posting ;)

Und da Rebekka die schöne Idee hatte, nominiere ich sie. Auch würde mich interessieren, wie Uschi sich organisiert. Vielleicht mag sie ja auch etwas dazu schreiben. Natürlich darf auch jeder andere dazu schreiben, ich werde alles (ja ALLES!) hier verlinken.

From JSON to CSV to SQL

The task

I recently had the problem, that I had to insert JSON data sets into a PostgreSQL database. As rows, not as JSON field type.

The JSON represents a network of nodes and links and looked like this:

{
  "links": [
    {
      "source": "22",
      "target": "17",
      "value": 1
    },
    {
      "source": "18",
      "target": "14",
      "value": 1
    },
...
  ],
  "nodes": [
    {
      "name": "Resource 32",
      "image": "/mydemo/images/icon1.svg",
      "group": 1,
      "image_width": 45,
      "image_height": 45
    },
    {
      "name": "Resource 17",
      "image": "/mydemo/images/icon2.svg",
      "group": 1,
      "image_width": 45,
      "image_height": 45
    },
...
  ]
}

What I needed:

  1. 1. split JSON into nodes and links separately
  2. 2. convert to CSV
  3. 3. add an ID field as first column and primary key
  4. 4. number data rows with ID from 1 to n
  5. 5. delete the ugly path “/mydemo/images/”, leaving only the filename
  6. 6. create table in PostgreSQL DB and insert data

Create CSV from JSON

For this I used the brilliant Python based cvskit package. This is done in 2 steps:

The first step completes tasks 1 to 5:

\underbrace{\tt in2csv -k nodes myfile.json}_{\mbox{Term 1}}\nolinebreak[4]\mid\nolinebreak[4]\underbrace{\tt nl -v0 -s,}_{\mbox{Term 2}}\nolinebreak[4]\mid\nolinebreak[4]\underbrace{\tt perl -pe\quad's/\hat{\quad}{\backslash}s+//'}_{\mbox{Term 3}}\nolinebreak[4]\mid\nolinebreak[4]\underbrace{\tt sed\quad"s/\hat{\quad}0,/id,/g;s\#/visdemo/images/\#\#g"}_{\mbox{Term 4}}\nolinebreak[4]>\nolinebreak[4]\mbox{\tt nodes.csv}

Term 1: Export subarray with key nodes.
Term 2: Number lines starting with zero (uses unix tool nl). Delimiter is colon.
Term 3: Strip leading spaces.
Term 4: Replace “0,” in first line with col name, strip image path.

The same for the links section of the JSON file:

\underbrace{\tt in2csv -k links graph3345.json}_{\mbox{Term 1}}\nolinebreak[4]\mid\nolinebreak[4]\underbrace{\tt nl -v0 -s,}_{\mbox{Term 2}}\nolinebreak[4]\mid\nolinebreak[4]\underbrace{\tt perl -pe\quad's/\hat{\quad}{\backslash}s+//'}_{\mbox{Term 3}}\nolinebreak[4]\mid\nolinebreak[4]\underbrace{\tt sed\quad"s/\hat{\quad}0,/id,/g"}_{\mbox{Term 4}}\nolinebreak[4]>\nolinebreak[4]\mbox{\tt links.csv}

Term 1: Export subarray with key links.
Term 2: Number lines starting with zero (uses unix tool nl). Delimiter is colon.
Term 3: Strip leading spaces.
Term 4: Replace “0,” in first line with col name.

Insert CSV into database

Now we need another tool from the csvkit tool chain, which reads CSV and builds an SQL CREATE TABLE statement and inserts the data into the created table.

csvsql --db postgresql://user:passwd@localhost/databasename --table node --insert nodes.csv
csvsql --db postgresql://user:passwd@localhost/databasename --table link --insert links.csv

 

The parameters are:

  • ● -db <DBURL> The database URL to connect to, in SQLAlchemy format
  • ● –table <TABLENAME> What name should the table get? if not supplied, the CSV filename without extension will be used.
  • ● –insert not only create the CREATE TABLE DDL statement but also insert the data sets into the freshly created table.

This tool has (in my opinion) three small drawbacks:

  1. 1. It doesn’t allow you to see the insert statements. The CREATE TABLE statement will be printed to stdout, if you don’t provide a db URL. But there is no way to see the insert statements.
  2. 2. It can’t handle already existing tables. There is no –add-drop option to issue a DROP TABLE statement in advance to create the new one.
  3. 3. It’s not able to autocreate an ID column. This complicates the first step of creating a usable CSV file to some extend, as you can see above.

So the last action is to create the primary key on the id column in both tables:

alter table node add primary key (id);
alter table link add primary key (id);

 

Even with these little drawbacks the csvkit tool chain has numerous applications. Give it a spin!

Ja warum wird er dann gerettet?

Ich habe Latein als dritte Fremdsprache und später als Leistungskurs im Abi gehabt (nicht weil ich Masochist wäre, sondern weil ich einen unglaublich genialen Lateinlehrer hatte und mir die Sprache sehr gefällt. Als dritte Sprache hat man ja nicht SO viel Zeit, also hatten wir ein spezielles, damals völlig neues Lehrbuch für Latein namens “Orbis Romanus”. Da wurden Schlag auf Schlag neue Vokabeln (ca. 40 pro Lektion/Woche) und komplette Deklinationen & Konjugationen durchgezogen. Ich mochte das sehr, weil es einem den Überblick sehr erleichtert.

Da das aber auch recht stressig sein kann, waren zwischen die Lektionen kleine Geschichten oder Gedichte eingestreut. Allen gemeinsam war, daß sie ein sehr humanistisch geprägtes Weltbild vermittelten (war ja schließlich auch ein humanistisches Gymnasium …). Ganz besonders hängen geblieben ist eine Geschichte von Curt Emmrich alias Peter Bamm (1897-1975), die im 2. Weltkrieg im Krimkessel spielt. Bamm hatte als  Stabsarzt eine Lagebesprechung mit einem Divisionsarzt und einem humanistisch gebildeten alten Kriegsgerichtsrat, als ein junger Sanitätsfähnrich die Unterhaltung störte, um sich abzumelden. Er sollte mit einer Ju-52 aus dem Kampfgebiet ausgeflogen werden, weil er an einem Lehrgang teilnehmen sollte. Der alte Richter sagte zu ihm:

“Also, Fähnrich, wenn Sie nach Deutschland kommen …
… αγγελεινΛακεδαιμονιοιςοτιτηδε / κειμεθα,τοιςκεινωνρημασιπειθομενοι.”

Der Fähnrich schaute ihn verständnislos an. Also versuchte der alte Herr es noch einmal auf Latein:

“Dic, hospes, Spartae nos te hic vidisse iacentes / dum sanctis patriae legibus obsequimur”

Wieder schaute ihn der Fähnrich irritiert an. Der alte Jurist beendete die peinliche Szene mit den Worten:

“Ja,wenn er das auch nicht versteht, warum wird er denn dann eigentlich gerettet?”

Quellen:

  1. Orbis Romanus (weiß nicht mehr, welcher Band)
  2. https://www.researchgate.net/publication/51025937_Ordre_Liste_und_Portrt._Identittsstiftung_und_Traditionsbildung_im_Preussischen_Offizierkorps_des_18._Jahrhunderts_im_Spiegel_seiner_Schrift-_und_Bildquellen
  3. http://hermes-ir.lib.hit-u.ac.jp/rs/bitstream/10086/19010/1/HJlaw0390000290.pdf

MacOS Notepad

Kennt ihr das? Es gibt so Dinge, die man alle paar Monate mal braucht, aber nie merken kann? So geht es mir mit MacOS “Spezialitäten” an der Kommandozeile. Deshalb sammle ich hier so Kleinigkeiten, die man immer mal wieder brauchen kann. Vielleicht hilft es ja einem meiner Leser weiter …

ISO Image auf USB Stick “brennen”

Zuerst muß man die Datei ins IMG Format wandeln, dann den Stick unmounten, aber nicht auswerfen und schließlich das IMG binär auf den Stick kopieren. Im wesentlichen entspricht diese Anleitung der auf der Ubutu-Downloadpage.

ISO Images in IMG Dateien wandeln

Wer ab und zu ein ISO Image auf einen USB Stick kopieren möchte, sollte das Image zuvor ins IMG Format gewandelt werden. Das geht mittels:

hdiutil convert quelle.iso -format UDRW -o ziel.img

Gemounteten USB-Stick ausfindig machen

Disk0 ist im allgemeinen die interne Festplatte/SSD des Mac. Um heraus zu bekommen, welchen Devicenamen der USB-Stick hat, gibt man ein:

diskutil list

USB-Stick unmounten

Jetzt müssen wir den Stick unmounten, damit wir ihn beschreiben dürfen. Aber nicht “auswerfen”/”ejecten”, sonst kommt das Betriebssystem nicht mehr an die Hardware.

diskutil unmountDisk /dev/diskN

Image kopieren

Das IMG Image kopieren wir mit dem Diskdoubler dd auf den Stick. Die Parameter bedeuten: if=In-File, of=Out-File, bs=Block-Size (schön groß, damit es schnell geht):

sudo dd if=/path/to/downloaded.img of=/dev/rdiskN bs=1m

“rdiskN” ist hierbei das raw device derselben Platte wie “diskN”. Laut Ubuntu Webpage gehts damit manchmal schneller …

USB-Stick auswerfen

Jetzt können wir den Stick richtig auswerfen, damit man ihn ziehen kann:

diskutil eject /dev/diskN

Mehr Effizienz durch Verzicht – auf Effizienztips

Liebe Effizienzcoaches und Produktivitätsgurus,

es war schön mit euch (das ist jetzt gelogen, aber im Sinne der Effizienz, sonst kommen wir hier ja nicht weiter). Ihr habt immer so wunderbare Ratschläge für mich bereit gehalten wie:

  • Steh einfach 2 Stunden früher auf, dann hast du 2 Stunden mehr Arbeitszeit
  • Lies nur einmal die Woche Mails, das spart mindestens 10 Minuten pro Tag

und viele mehr. Das ganze gipfelt in der, in Gründerkreisen so unheimlich beliebten, Floskel:

Work hard

die an Unsinn nur noch durch den Slogan des Businesspunk-Magazins übertroffen wird:

Work hard, play hard.

Sehr berühmt ist auch das Buch “Seven habits of Highly Effective People” eures Bruders im Geiste Stephen Covey. Es handelt sich bei Covey um einen Mormonen (das alleine diskreditiert ihn für mich), der z.B. den Begriff der abundance mentality geprägt hat, die davon ausgeht, daß für alle genug (Resourcen) vorhanden sind. Er vertritt dagegen die Haltung, daß immer, wenn ein anderer gewinnt (einen Job, einen Vertrag, einen Preis etc.), man selbst verliert. Sehr ihr die Welt so? Wenn ja, dann seid ihr echt arme Schweine.

Was mich an der Sache, neben der oft seltsamen Mischung aus Banalität und Schwachsinn in euren Ratschlägen, am meisten fuchst, ist eure Geisteshaltung. Die stinkt nämlich unheimlich nach protestantischer Ethik. Genauer gesagt nach der sogenannten innerweltlichen Askese, die schon Max Weber in “Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus” als eine der Grundlagen der auf Profit beruhenden Ethik des Kapitalismus bezeichnet.

Versteht mich nicht falsch liebe Freunde der Selbstausbeutung: Ich arbeite gerne, sehr sogar. Vor allem, wenn ich Dinge tun kann, die ich mag. Ich mache das so gerne, daß ich daraus einen Beruf gemacht habe. Ja genau, den Technology Scout. Aber ich kann den work hard-Schwachsinn einfach nicht mehr hören.

Und um noch mal auf die Idee mit dem 2h früher Aufstehen zurückzukommen: Ja, die ist echt, das hab ich so irgendwo gelesen. Ob den anderen Lesern der Tips nicht in den Sinn kam, daß sie damit ihre Freizeit am Abend kannibalisieren? Weil irgendwoher müssen die verdammten zwei Stunden ja kommen, entweder man geht früher ins Bett (sic!) oder man schläft zwei Stunden weniger. Letzteres könnte ein Grund für eure somnambulischen Vorschläge sein.

Nichts für ungut: Geht ihr weiter eurem Geschäft nach, das daraus besteht, anderen Leuten einzureden, daß sie sich nur nicht genug anstrengen, um mehr Erfolg, mehr Geld, mehr Freunde, mehr Zeit, mehr IRGENDWAS zu bekommen. Ich werde eure Ratschläge weiterhin ignorieren und euch immer dann, wenn ich denke, daß ihr den Menschen schadet, die euch da gerade zuhören, Paroli bieten. Es könnte allerdings sein, daß es je nach Schwere eures verzapften Unsinns nicht bei einem offenen Brief bleibt. Dann sehen wir uns wohl mal persönlich.

Ich freu mich schon drauf.

Viele Grüße,
euer Volker

Erklärbär – Schlagsahne aus der Sprühdose mit 35% Fett?

Heute bin ich im Supermarkt am Regal mit der Sahne in Sprühdosen vorbei gekommen. Da gab es fettreduzierte Sahne mit ca. 15-20% Fettgehalt, eine “normale Sahne” mit 25-30% und eine mit 35% Fett. Da habe ich auf Twitter laut darüber nachgedacht, warum jemand “extra fettige Sahne” kaufen würde und prompt kam von Conny von Genusslieben.de der Erklärungsvorschlag, ob mehr Fett die Sahne vielleicht steifer macht und das könne doch ein Thema für den Erklärbär sein. Gleichzeitig kann ich dann noch die Frage beantworten, warum Sprühdosensahne so schnell zusammen fällt und mit einer Maschine oder einem echten Sahnesiphon aufgeschlagene Sahe eher nicht. Dazu gibt es dann auch noch eine Anekdote aus der Wissenschaft …

Fettgehalt

Der Fettgehalt könnte die Sahne etwas steifer machen, wie ich im nächsten Abschnitt zeigen werde, ist das aber nicht der Grund. Eine mögliche Erklärung ist die Herkunft. Ich habe im Supermarkt nicht so genau auf die Dosen geschaut, aber wie der Wikipediaartikel über Sahne zeigt, ist der “normale” Fettgehalt von Sahne in den verschiedenen Ländern recht unterschiedlich.

Sahnesiphon vs. Sprühdose

Der wesentliche Unterschied zwischen dem Siphon und der Sprühdose ist das Treibgas: im Siphon ist Kohlendioxid und in den Sprühdosen Distickstoffmonoxid. Kohlendioxid ist in Fett etwas und in Wasser relativ gut löslich. Distickstoffmonoxid löst sich in Fett deutlich besser als in Wasser.
Der Aufschäumeffekt entsteht dadurch, daß die Gase unter Druck sehr viel löslicher sind. Das heißt, in der Sahne ebfidet sich ein massiver Überschuß an Gas gelöst. Wenn die Sahne nun aus der Düse raus kommt, ist ja plötzlich kein Überdruck von außen mehr da und das Gas entweicht sozusagen schlagartig und bläst dabei die Sahne auf. Der Inhalt der Bläschen besteht also aus dem Treibgas. Und genau da liegt das “Problem”. Die Kohlendioxidbläschen sind relativ stabil, die von Distickstoffmonoxid nicht, weil es sich ziemlich schnell wieder in der Sahne auflöst. Die fällt dann wieder zusammen ;)

Wenn man die Diss mit Distickstoffmonoxid aufbläst …

Vor Jahren hat mal eine Dame eine Promotionsarbbeit abgegeben, in der sie genau den im vorangehenden Abschnitt erklärten Sachverhalt … “erforscht” hat. Dem Promotionsausschuß war das ein wenig zu dünne aufgeschlagen und man lehnte die Arbeit ab. Ob die Doktorandin die Arbeit nachgebessert hat (auch so ein schönes Unwort), ist mir nicht bekannt.

Erklärbär – Aluminium in Antitranspirantien

Rebekka hat in einem Kommentar auf meinen ersten Post zum Erklärbär gefragt, wie das denn nun mit der Schädlichkeit von Aluminiumsalzen in Deos und Antitranspirantien ist.

Zuerst einmal möchte ich kurz definieren, womit ich mich heute befasse. Es gibt Deodorants und Antitranspirantien. Meist wird beides synonym für das andere verwendet, es gibt aber neben der bei beiden vorhandenen antibakteriellen Wirkung einen tatsächlichen Unterschied:

  • Deodorants übertünchen durch Geruchsstoffe und andere Chemikalien den Geruch von Schweiß. Sie enthalten normalerweise keine Aluminiumsalze.
  • Antitranspirantien reduzieren Abgabe von Schweiß durch die Haut. Wie das bewerkstelligt wird, dazu gibt es mindestens zwei Theorien. Die eine besagt, daß das Aluminium mit dem Schweiß eine Art Gel bildet, welches dann die Poren für eine gewisse Zeit verstopft. Die andere Theorie geht davon aus, daß das Aluminiumsalz die Eiweiße der Schweißdrüsen teilweise denaturiert, also unwirksam macht. Eine solche Drüse wäre dann für eine gewisse kurze Zeit an der Produktion von Sekret gehindert. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung [PDF] ist der tatsächliche Mechanismus eine Kombination aus beidem.

Grundsätzlich können verschiedene Aluminiumsalze in Antitranspirantien vorkommen. Altbekannt ist Alaun oder Kaliumaluminiumsulfat. Dessen Wirkung ist jedoch in den geringen Konzentrationen in Antitranspirantien oft zu schwach. Daher verwendet man heute häufiger Aluminiumchlorid und meist basisches Aluminiumchlorid oder Aluminiumhydroxychlorid.

In der populären Literatur wie in Dale Carnegies Lebensratgebern und in TV Magazinen meist zweifelhaften Rufs (wie “Akte” auf SAT.1) wurde ein Zusammenhang der Verwendung von aluminiumhaltigen Kosmetika mit verschiedenen Erkrankungen vermutet. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um Alzheimer und (Brust-)Krebs.

Die Alzheimer-Hypothese stützte sich darauf, daß man an den betroffenen Stellen im Hirn eine erhöhte Konzentration an Aluminium nachweisen konnte. Nach allem, was man heute über Alzheimer weiß, handelt es sich um einen Defekt im Reparaturmechanismus des Hirns. Dort werden Proteine und Enzyme an potentiell beschädigten Nervenbereichen angelagert, die repariert werden sollen. Das ist bei nicht erkrankten Menschen ein temporärer Vorgang, das heißt, die Reparaturbausteine lösen sich irgendwann wieder von diesem Nervenareal. Bei Alzheimerpatienten jedoch nicht. Ganz im Gegenteil kommt es wohl immer wieder zu neuen Reparaturversuchen und um den Nerv bildet sich eine Art dicker Mantel. Der springende Punkt ist nun, daß diese Reparaturstoffe Aluminiumionen als Funktionsbausteine enthalten, ähnlich wie Hämoglobin Eisen enthält. Dadurch ist natürlich die Lauminiumkonzentration an diesen Stellen höher. Dale Carnegie empfahl in den 60er und 70er Jahren statt dessen einen von ihm vermarkteten “Deokristall”, der aber, was niemand offen zugab, natürlich aus einem Alaunkristall bestand …

Neuere Reportagen wollen nun einen Zusammenhang mit Brustkrebs erahnt haben. Mal abgesehen davon, daß es keinen Nachweis darüber gibt, daß auf die Haut aufgetragene Aluminiumsalze in nachweisbarer Menge in den Körper geraten, gibt es keinen wissenschaftlichen und auch keinen statistischen Nachweis, daß aluminiumhaltige Antitranspirantien karzinogen wirken. Dazu gibt es eine Literaturarbeit von 2008 und einen Artikel der Stiftung Warentest von 2013. Der meist von Aluminiumsalzkritikern zitierte Artikel von Phillippa Dabre im Journal of Inorganic Chemistry weist ausdrücklich darauf hin, daß man zwar im Brustgewebe und der Flüssigkeit von Krebspatientinnen erhöhte Aluminiumionenkonzentrationen nachgewiesen habe. Ob diese aber ursächlich für die Erkrankung oder eher Folge (ähnlich wie bei Alzheimer) sind, läßt der Artikel bewußt offen, weil man dafür einfach keinerlei Fakten hat. Aber selbst was die Aluminiumwerte im Brustgewebe angeht, gibt es widersprechende Studien, z.B. aus Brasislien [PDF].

Insgesamt kann man hier von medialer Panikmache sprechen. Das schon oben zitierte Handout des BfR [PDF] faßt die Datenlage gut zusammen. Man kann also auf aluminiumhaltige Antitranspirantien verzichten. Die Wirkung von Deos ist aber nicht annähernd so gut. Sollte man das tun, handelt es sich mehr um eine Reaktion auf die persönliche Befindlichkeit als auf harte Fakten. Aber die eigene Befindlichkeit ist ja auch nicht ganz unwichtig …

Erklärbär – Warum verschwindet eine Lokalanästhesie vom Zahnarzt schneller, wenn man Gurkenwasser trinkt?

Uschi Ronnenberg fragte auf Twitter, warum eine lokale Betäubung vom Zahnarzt anscheinend schneller weg geht, wenn man etwas Gurkenwasser trinkt. Nachdem wir dann geklärt hatten, daß sie das essigsaure Einlegewasser von klassischen Gewürzgurken meinte und nicht den Limonadenersatz aus Salatgurkenscheiben, Zitrone und Wasser, den manche Ernährungswebseiten als Getränk empfehlen, habe ich mich mal auf die Suche gemacht.
Die Gurke an sich ist ja gerade im europäischen Raum ein eher konfliktgeladenes Gemüse, wie man an der europäischen Gurkenverordnung und den anhaltenden Diskussionen darüber, was eine echte Gurke auszeichnet, erkennen kann. Dabei enthält die Salatgurke lediglich ein paar Mineralien, Vitamine und einige diuretisch wirkende Inhaltsstoffe. Davon kann im Essiggurkenwasser nicht so viel vorhanden sein, daß die Hypothese, die Betäubungsstoffe würden einfach ausgewaschen, halten könnte. Müssen wir uns doch ein bisschen näher mit der Chemie befassen.
Wie uns die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung aufklären kann, ist das am häufigsten verwendete Anästhetikum Articain.
(±)-Articaine Structural Formulae Articain ist ein (u.a.) sogenanntes Amid, oder länger Carbonsäureamid. Amide entstehen durch Kopplung einer organischen Säure (oder Carbonsäue) und einem Amin. Diese Amide sind in einem gewissen Rahmen empfindlich für Hydrolysen. Dabei wird die im Bild mit den roten Pfeilen bezeichnete Amid-Bindung durch Säure- oder Basenzusatz zerstört. Die beiden Bruchstücke sind dann nicht mehr als Betäubungsmittel wirksam.
Amid-Gruppe
Unter rein chemischen Bedingungen benötigt man ziemlich starke Säuren, um ein Amid zu spalten. Im Körper gibt es aber einen Haufen sogenannter Amidasen, Enzymen, die die Spaltung von Amiden beschleunigen können.
Zusammengefaßt beschleunigt also das saure Klima des Gurkenwassers die Spaltung des Articain. Der Effekt dürfte nicht extrem stark sein, ist aber erklärlich. Eine andere Frage bleibt: möchte man überhaupt, daß die Betäubung schneller raus geht? ;)

Ask your local chemist: stellt mir Fragen!

sciencecatHeute habe ich eine neue (Dauer-)Aktion für euch: ich mach den Erklärbär! Zu jedem möglichen Thema eigentlich, Sinn machts aber vor allem bezüglich Chemie, Lebensmitteln, Lebensmittelchemie, Medikamenten, Mikrobioilogie etc.
Wenn ich etwas nicht beantworten kann und auch nicht recherchieren kann, sage ich das natürlich auch :)
Stellen könnt ihr die Fragen hier als Kommentar, als Mail, per Twitter, SMS, Facebook oder Google+.

Kundenorientierung im eCommerce – ein Beispiel

Heute möchte ich kurz über ein Thema sprechen, das im gesamten Handel, besonders aber im eCommerce wichtig ist: Kundenorientierung. Das klingt jetzt nach Consulting-Geschwurbel, aber was ich meine ist folgendes:

Wie Channelpartner in einem Artikel berichtet hat das ECC Köln in einer Studie festgestellt, daß Webshop-Anbieter in ihren Shops diejenigen Zahlungsarten anbieten, die sie selbst für sich als Händler für gut und akzeptabel halten. Das sind dann so Dinge wie Vorkasse, Sofortüberweisung oder Nachnahme. Die Begründung: da kommt das geringste Disagio auf bzw. der Kunde zahlt die Extrakosten. Und die Zahlungsausfälle sind am geringsten.

Dann hat man Kunden gefragt, welche Zahlungsarten sie bevorzugen. Und wie nicht anders zu erwarten, mochten die Kunden das exakt diametral entgegengesetzte Spektrum an Zahlungsarten, nämlich auf Rechnung oder Lastschrift. Lediglich bei PayPal waren sich beide Seiten halbwegs einig. Und auch hier ist die Begründung einfach: weniger Vertrauensvorschuß für den Händler, Bequemlichkeit und geringe bzw. keine Transaktionskosten. Händler, die ihr Payment-Portfolio entsprechend erweiterten konnten teilweise, je nach Branche, mit signifikanten Umsatzzuwächsen aufwarten.

Warum ich das Thema noch einmal aufgreife ist, daß mir persönlich gestern abend ein anderer Fall von sagen wir merkwürdigem Umgang mit Kunden im eBookstore von Minimore.de aufgefallen ist. Ich muß aber im Vorfeld schon betonen, daß der Support des Händlers grandios gut war. Nichtsdestotrotz kam ich ins Grübeln. Aber der Reihe nach.

Ich folge auf Twitter einem Link in den Webshop von Minimore. Das ist insofern bedeutsam, als daß der in den Twitterclient Plume eingebaute Webbrowser CuiCui wohl Probleme mit dem Download von Dateien hat. Ich kaufte also ein eBook, der Browser behauptete, er lade das jetzt runter und nichts passierte. Dann hab ich in den Android “Downloads” den Download noch einmal angestoßen. Wieder ewiges Warten und nichts passiert.

Dann bin ich mittels Android Chrome in mein Kundenkonto auf der Webseite gegangen und wollte den Downloadlink aus der Bestellanzeige noch einmal anklicken. Daraufhin bekam ich die Fehlermeldung “Sorry, you have reached your download limit for this file”. Ich habe mich dann beim Twitteraccount des Shops gemeldet, der auch sofort reagierte. Heute morgen sehr früh kam dann eine EMail mit allen von mir gekauften eBooks als Anhang, da man den Fehler nicht nachvollziehen konnte, was ich gut verstehen kann. War ja offensichtlich ein clientseitiges Problem.

Was ich dagegen nicht verstehe ist der Hinweis in der Mail, daß man die eBooks nur dreimal downloaden kann. Ich war erstaunt, weil ich das bisher noch bei keinem eBookvertrieb gesehen habe. Die AGBs etc. enthielten auch keinen Hinweis auf ein Downloadlimit. Warum tut man so etwas? Aus Angst vor DoS Angriffen? Ich weiß es immer noch nicht. Vielleicht kommt ja noch Licht in die Sache :)

Zum Abschluß muß ich noch einmal betonen: ich mag den Webshop von Minimore.de sehr. ich mag vor allem die Geschäftsidee und die angebotenen eBooks. Ich bin ansonsten mit der Bestellabwicklung auch sehr zufrieden, weil sie allgemein üblichen eCommerce-Standards folgt. Und ich bin beeindruckt von der Schnelligkeit und Hilfsbereitschaft des Supports. Über die Rahmenbedingungen des Downloadcounters möchte man dort aber vielleicht noch einmal nachdenken :)

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