Kleiner persönlicher Rückblick der re:publica 2012

Auch wenn schon alle 3999 Teilnehmer der re:publica ihren Senf zur Veranstaltung gegeben haben, wollte ich (besser spät als nie) auch noch etwas dazu schreiben.
Zuerst mal zur Location: ja, auch ich finde die Station deutlich passender, um das angereiste Webvolk gedrängefrei unterzubringen. Letztes Jahr fand die re:publica ja noch im Friedrichstadtpalast in Mitte statt. Zusätzlich hatte man die Kalkscheune hinter dem Musicalpalast gebucht. Die drangvolle Enge erwies sich als massiver Hemmschuh für den Zustrom der Besucher.
Der Ansicht, daß die Hallen der Station schön seien kann ich mich leider nicht anschließen. Das halte ich in diesem Fall aber auch für absolut zweitrangig. Die Lage ist der einzige wirkliche Kritikpunkt, weil die Station zum einen aus allen Richtungen nur per “Schienenersatzverkehr” zu erreichen ist und zum anderen in einem Stadtteil (westlicher Teil von Friedrichshain) liegt, der absolut wirklich und rein gar nichts an Infrastruktur zu bieten hat (Bars, Cafés, Restaurants). Relativ unschön war auch der Open Space im ersten Stock, weil dort laufende Vorträge eine so grauenvolle Akustik hatten, daß man bei mehr als 10m Abstand zum Sprecher nichts mehr verstehen konnte.
Wett gemacht wurde das ernährungstechnische Manko vollständig vom Catering: selten habe ich auf einer Veranstaltung so aufmerksame, höfliche Mitarbeiter erlebt. Selten bzw. nie auch so günstige Preise gepaart mit einer für ein Großcatering unglaublich hohen Qualität. Lob auf ganzer Linie! Und die Cappuchinos der Baristas an der Cafétheke gehörten zu den besten, die ich in ganz Berlin bisher getrunken habe.
Nähern wir uns jetzt den Kernpunkten, nämlich den Talks und Besuchern. Ich habe nicht so schrecklich viele Vorträge und Diskussionen gehört und möchte auf diese ach nicht im Einzelnen eingehen. Ich möchte nur die Sprecher künftiger re:publicen dazu anhalten, ein wenig an ihrer Rethorik und Präsentation zu feilen. Die meisten Talks waren inhaltlich OK, aber rein handwerklich msierabel, was sowohl die Slides angeht als auch die Sprecher an sich. Ich erwarte von Fachleuten keine Multimediashow (obwohl mein Maßstab da durchaus hoch ist), aber ich erwarte, daß Sätze mehr sinnvolle Worte als “äh” und “erm” enthalten und wenn man nicht gut Englisch spricht, dann soll man es halt um Gottes Willen sein lassen.

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Trotzdem fanden sich gerade wenn man es am wenigsten erwartet einige interessante Anregungen wie das nebenstehende.
Das absolute Highlight für mich waren die Besucher. Ich kann gar nicht aufzählen, wieviele nette neue Menschen und alte Bekannte ich wieder getroffen habe. Und ja, entgegen meinen Vorannahmen waren auch längere tiefgreifende Gespräche möglich. Danke dafür an alle meine Gesprächspartner! Hinzu kommen die üblichen Selbstdarsteller und Pausenclowns des Web, ohne die mir auf einer re:publica etwas fehlen würde. Der eine oder andere wird mich sicher auch zu dieser Gruppe zählen … finde ich OK.
Alles in allem war die re:publica wieder eine runde Sache und Berlin war wie immer von einer besonderen herben Schönheit für Landeier wie meiner einen. Ich bin übrigens dieses Jahr nicht alleine angereist sondern habe mir Verstärkung von Nicole Dornseif, meiner Kollegin Rebekka Badenheuer und Klaudia Nellen, der reizendsten und kompetentesten Buchhändlerin von Aachen mitgebracht. Einen kleinen bebilderten Reisebericht abseits der re:publica selbst wird es bald auf meinem anderen Blog geben.

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