Singer-Songwriter Developer

Ich muß gestehen, mit den meisten Singer-Songwritern habe ich ein Problem. Diese “ich brauche nur mich und meine Gitaharre!” Einstellung führt meines Erachtens oft zu dürftigen Resultaten. In einer sehr hitzigen Diskussion gestern fiel mir auf, daß es eine ähnliche Einstellung bei Entwicklern gibt. Gestern führte meine Nachfrage nach MacOS TextEdit auf Twitter innerhalb 2 Sätzen zur Unterstellung mittelschweren Trolltums.

Wenn ich einen Schritt zurück trete und finde ich persönlich 3 historische Phasen:

  • Ganz früher nutzte man die Tool Chain, die das jeweilige System bot.
  • Dann kam die Zeit, als es cool wurde, möglichst komplexe Tools zu verwenden, quasi ein digitales Gear Acquisition Syndrome. Die großen IDEs stammen fast alle aus dieser Epoche.
  • Momentan beobachte ich einen Trend, daß man auf möglichst primitive, meist im Lieferumfang der jeweils benutzten Plattform enthaltene Tools setzt, um relativ komplexe Aufgaben zu lösen.

Während so an und für sich gegen keinen der Trends etwas zu sagen ist (soll doch jeder die Tools nutzen, mit denen er produktiv ist), geht die eigene Einstellung bei IT technisch vorbelasteten Zeitgenossen oft mit einer sehr speziellen Form des Egozentrismus einher, der postuliert, daß der eigene Weg der einzig wahre ist. Man suhlt sich quasi in der Freude über die eigene Askese.

Ein Gutes hatte das Gespräch gestern: ich schreibe ein Posting drüber und denke noch mal drüber nach … nur in der anderen Reihenfolge. Ich plädiere hiermit für mehr Selbstreflexion!

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